|
|
Tierschicksale

Camion aus Lanzarote |
Camion war ebenfalls
ein Sorgenkind ...
auf Lanzarote. Er war von einem Auto überfahren und einfach liegen
gelassen worden. Ein LKW-Fahrer, der das gesehen hatte, las ihn
auf und brachte ihn ins Tierheim. Camion überlebte, konnte aber
kaum noch laufen. Mehrere Knochen schienen gebrochen zu sein.
Comion hatte offensichtlich
große Schmerzen. Auf Lanzarote konnte man ihm nicht helfen, die
Tierärzte dort schlugen vor, ihn einzuschläfern. Doch wir erfuhren
rechtzeitig von dem Kleinen und baten, ihn am Leben zu lassen, wir
würden ihn übernehmen. Und er musste schnell kommen, denn je älter
der Bruch wäre, desto schwieriger würde hier eine Operation sein.
Gott sei Dank hatten wir ja bereits einen Flug gebucht auf diesem
konnte Camion mitfliegen. Liebevoll nahm die Pflegestelle "ihren"
Camion am Flughafen entgegen. Er wurde in der Uni Gießen
erfolgreich operiert. Aber es war ein langer Genesungsprozess mit
vielen Nachkontrollen. Lange Zeit blieb Camion bei uns. Dann
endlich war es soweit und er konnte in die Vermittlung gehen. Er
fand eine ganz liebe Familie und ist nun ein fröhlicher Hund, der
wieder durch die Gegend springt, sein Leben genießt und seine
schlimmen Erlebnisse auf Lanzarote hoffentlich längst vergessen
hat. Camion ist einer der Hunde, die ohne Ihre
Spenden, liebe Tierfreunde, sicher
keine Chance gehabt hätte, denn seine Rettung war sehr
kostenintensiv. |
|

Tierheim, Lanzarote |
Tin
- ein schwieriger Hund ?
Er war bildschön und strahlte
Lebensfreude und Schlauheit aus, war voller Energie und wollte nur
raus raus raus - Gassi gehen. So war Tin, als ich ihn das erste
Mal im Zwinger auf Lanzarote sah. Ich war sofort verliebt in
diesen Hund. Keiner wollte Tin haben. Warum? Er hatte sich einmal
gewehrt und war nun mit seinem Makel versehen. Tin hatte einen
Pfleger gebissen. Was war passiert ?
Tin sollte umgesetzt werden
und da der Pfleger gerade keine Leine hatte, schnappte er ihn im
Nackenfell und zog ihn hinter sich her. Das tat weh und Tin biss
ihm in die Hand, um sich aus dem schmerzhaften Griff zu befreien.
So schnell macht man sich als Hund einen schlechten Ruf - nur weil
man sich einmal wehrt. Tin kam schließlich zu uns. Er war
hochintelligent und absolut lieb - aber er ließ sich nicht
unterdrücken oder gar wehtun .... dann knurrte er. Wir suchten ein
geeignetes Zuhause, das seinen Charakter zu schätzen und zu
händeln wusste und fanden dies auch. Nach einigem Training und
einiger Zeit des Zusammenraufens ist aus Tin ein glücklicher und
sanfter Familienhund geworden und seine Leute sind mächtig stolz
auf ihn. |
|
 |
Amira
–
ein Geschichte zwischen
leben dürfen und sterben müssen...
Wegen eines Welpen, den wir
impfen lassen wollten, kamen wir in die Praxis. Da lag sie,
traurig schauend, still und eingeschüchtert und mit starken
Schmerzen in einem Körbchen unter dem Regal mit den Futtermitteln.
Ihr Bauch war dick und rund, so dass wir annahmen, sie sei hoch
trächtig. Ihre rechte Pfote war blutig mit tiefen Fleischwunden
und ihr linkes Vorderbeinchen war äußerst schmerzempfindlich.
Amira - wie wir sie später nannten - war in der vergangen Nacht
von Touristen gebracht worden. Sie hatten beobachtet, wie die
kecke unbedarfte Kleine am belebten Hafen von Santorini überfahren
wurde. Keiner kümmerte sich um das überfahrene Tier, also brachten
die Touristen sie zur Tierärztin nach Messaria. |
|
Da lag sie nun hilflos, verletzt und einsam. Frau Dr. Valvis sagte
uns, sie wisse nicht ob etwas gebrochen sei oder ob sie innere
Verletzungen habe, sie werde sie wohl einschläfern, denn sie
gehöre niemanden der sich kümmern kann und ein Tierheim wo man sie
hätte lassen können gab es ja nun auch nicht mehr auf “unserer“
Insel nachdem die Gemeinde es uns vergangenen Winter einfach platt
gemacht hatte, ...also was könne sie anderes tun? Hier in der
Praxis könne Sie sie nicht behalten. Sie wisse ohnehin nicht wie
schwer sie verletzt sei und womöglich würde sie es sowieso nicht
überleben. Wir kauerten uns zu Amira auf den Boden und
streichelten sie. „Armes
Mädchen.“ Ganz sachte bewegte sie ihre Schwanzspitze hin und her.
Wir wussten, wenn wir sie hier lassen würden, würde sie den
morgigen Tag nicht erleben. Aber wenn wir sie mitnehmen würden,
müssten wir sie den ganzen Tag mit uns herum schleppen, im heißen
Auto, auf unseren Tierschutzeinsätzen quer über die Insel. Nachts
unerlaubter Weise ins Hotel schmuggeln wäre noch die geringste
Sache, aber würde ihr kleiner verletzter Körper diese ganzen
Strapazen mit uns überhaupt verkraften? Wir fragten noch mal nach,
telefonierten herum, aber keiner erklärte sich bereit, die Kleine
bei sich aufzunehmen. Leise Seufzer entwichen Amira bei jedem
Atemzug und ihre Augen sahen uns sehnsüchtig und Hilfe suchend an.
Und dieser dicke Bauch - sie sah aus, als würde sie sehr bald
schon Junge bekommen. Wir fragten die Tierärztin, ob wir da
richtig liegen mit unserem Verdacht und sie meinte, dass das gut
möglich sei, aber der dicke Bauch durchaus auch vom Unfall kommen
könne z.B. von inneren Verletzungen. Egal wie die Situation auch
war, wir konnten doch unmöglich zulassen, dass diese kleine süße
Hündin einfach aufgegeben und eingeschläfert würde - wenn wir sie
mit uns mitnahmen, würde sie uns eventuell in den nächsten Stunden
versterben und das Ganze wäre völlig umsonst und eher noch
Quälerei gewesen, aber Amira hätte so immerhin eine Chance. Also
nahmen wir sie mit uns mit. Wir fuhren äußerst sanft, aber
dennoch, für einen frisch überfahrenen Hund war das alles andere
als ein Zuckerschlecken. Ins Hotel zurück konnten wir tagsüber
nicht. Bei Helligkeit hätten wir sie niemals mit hinein schmuggeln
können. Also fuhren wir zu dem einzigen Strand mit Bäumen auf
Santorini, nach Monolitos, und verbrachten dort im kühlen Schatten
die folgenden Stunden. Amira überstand den Tag und die Nacht.
Zaghaft nahm sie kleine Portionen Futter an. Es war Wochenende und
so konnte vorerst nichts Weiteres gemacht werden. Aber zwei Tage
später, am Montag, ließen wir sie röntgen. Es stellte sich heraus,
dass sie einen komplizierten Bruch am rechten Vorderpfötchen
direkt unterhalb des Gelenkes hatte. Ohne OP würde das Bein steif
werden. Doch hier auf der Insel konnte man das nicht operieren,
dazu hätte sie nach Athen gemusst. Eine Schwangerschaft konnte im
Röntgenbild nicht nachgewiesen werden - Amiras Bauch war jedoch
unverändert dick. Innere Verletzungen konnten immer noch nicht
ausgeschlossen werden. Ihre Prognose war also nach wie vor
kritisch.
Inzwischen hatte sich wohl auch ein “Besitzer“ von der Kleinen
gemeldet, aber der hatte kein Interesse ihr zu helfen. Er wolle
sie nicht wieder haben, die Tierärztin solle damit machen was sie
wolle, er würde dafür kein Geld ausgeben. Wieder stand im Raum die
Kleine einzuschläfern - in der Praxis könne sie nicht bleiben, wir
wären ja auch nur noch eine Woche da und es gäbe dann keinen Ort
wo man sie lassen könne, also sei die Euthanasie die einzige
vernünftige Lösung, es sei denn, wir würden Amira auf unserem
Rückflug direkt mit nach Deutschland nehmen. Unser Entschluss
stand fest… Sie bekam einen festen Stützverband, um ihr Beinchen
so gut wie möglich zu schützen. Wir konnten ja nun nicht alle
andere Tierschutzarbeit vergessen, es waren noch so viele Hunde
auf der Insel, die Hilfe brauchten. Also mussten wir Amira
vorsichtig und behutsam überall mit hinnehmen, wo wir im Einsatz
waren. So vorsichtig wir dabei auch vorgingen, es war eine harte
Zeit für Amira, eine ganze Woche mit diesen Verletzungen zu
verbringen. Doch Amira war einfach nur lieb, freute sich über jede
Zuwendung und ertrug all ihre Schmerzen ohne Murren. Auch ihr
dicker Bauch wurde langsam weniger. Sie war tapfer und mutig… und
im Grunde voller Lebensenergie. Dann kam endlich der Tag des
Rückfluges. Amira flog in der Passagierkabine in einer kleinen
Hundetasche mit uns zurück. In Deutschland war bereits alles für
sie vorbereitet, ein OP-Termin bereits ausgemacht und unser
Vereinsmitglied Kerstin Klepper holte Amira direkt vom Flughafen
ab um sie nach Gießen in die Universitätsklinik zu fahren. Dort
wurde Amira bereits am nächsten Tag operiert. Anschließend hatte
die Kleine “Stuben-arrest“ – so wenig Bewegung wie möglich, alle
drei Tage Verbandswechsel. Noch in diesem Zustand fand sich ein
junges Paar, das sich in Amira verliebte und sie haben wollte. Der
Kontrolltermin in Gießen verlief sehr positiv. Der Heilungsprozess
war mehr als zufrieden stellend. Amira benutzte ihr verletztes
Bein wieder völlig normal, und fing sogar wieder an zu spielen und
zu springen. Ein paar Monate später wurde bei einer zweiten OP der
Draht, der die Bruchstelle fixiert hatte, herausgenommen.
Inzwischen heißt Amira Emma und lebt glücklich in ihrer neuen
Familie. Amira ist wieder völlig gesund geworden. Es ist nicht die
geringste Behinderung zurückgeblieben. Amira lebt ! Sie musste
nicht sterben, da wir zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort
waren, um ihr zu helfen… |
| |
|
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|
 |